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GdB - GdS - OEG


 

Was bedeuten die Abkürzungen, was steckt dahinter?

GdB = Grad der Behinderung. Eine Behinderung ist im Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) definiert: „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.“


GdS = Grad der Schädigung. Der GdS ist auf einen bestimmten Schaden ursächlich, also kausal bezogen.

Beispiel: behält eine Person einen Schaden nach einer Gewalttat – psychisch oder physisch – der länger als ein halbes Jahr dauert, spricht man von einer Schädigung. Diese Schädigung wird, wie auch beim GdB in 10-er Schritten eingeteilt. Der GdS wird durch einen Gutachter ermittelt und ist wichtig, wenn man vom Entschädigungsrecht (OEG) Gebrauch machen will.


OEG = Opferentschädigung.

Die aktuelle Gesetzeslage stellt sich wie folgt dar:


Personen, die durch eine Gewalttat eine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitt
en haben, können nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) auf Antrag Heilbehandlungs-, Renten- und Fürsorgeleistungen erhalten. Anspruchsberechtigt sind Geschädigte und Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen, Eltern). Der Antrag muss an das Bundesland geschickt werden, in dem die Tat stattfand.


OEG und Erben kann eine böse Falle werden.

Persönliches Beispiel: im letzten Jahr ist mein Vater gestorben. Er war der Täter, der mich über Jahre sexuell missbrauchte. Da ich eh keinen Kontakt hatte, berührte mich das nicht sehr. Meine Schwester, mein Bruder und ich erbten je 40.000 €. Mein Anteil ist in der Insolvenzmasse verschwunden. Das ist jedoch ein anderes Thema. Ich habe 2012 Opferentschädigung beantragt. Sollte ich eine Entschädigung erhalten, holt sich das Versorgungsamt das Geld vom Verursacher (meinem Vater) wieder. Nun haben meine Geschwister nicht nur Geld sondern auch die Schulden des Vaters geerbt. Es besteht die Möglichkeit, dass meine Geschwister meine Opferentschädigung zahlen müssen.


OEG und HartzIV

Es kann lange (Jahre) dauern, bis man eine Entschädigung erhält. Es ist kein leichter Weg. Jedoch sollte man es nicht persönlich nehmen, denn es geht den Behörden nicht um die Person; es geht nur ums Geld.

Sollte man OEG bekommen, gäbe es ab Antrag eine fette Nachzahlung. Sollte man im HartzIV-Bezug sein oder Sozialgeld bekommen, darf das Amt die Opferentschädigung nicht wegnehmen. Es darf nicht angerechnet werden. Wie ich von einigen hörte, hat es das Amt hin und wieder versucht.

Gibt es eine große Nachzahlung, muss es innerhalb eines Jahres verbraucht sein, weil sonst das Amt von Vermögen ausgeht und es dann anrechnen darf.

Sollten zu meinen Artikeln Fragen auftauchen, kann man mich kontaktieren. per Mail: storm@zukunftswege.eu oder Tel. 04152 / 837280-0 bis 18 Uhr.